StartseiteGastro-News1920
 

Wednesday, 04. October 2017 | AHGZ, Branche

Wirte schieben Digitales auf die lange Bank

Neue Kunden gewinnen, bestehende Kunden binden und Kosten reduzieren. Das sind die Vorteile, die die Metro AG Gastronomen mit einer stärkeren digitalen Vernetzung verspricht. Dennoch schrecken viele Gastronomen vor entsprechenden Investitionen zurück. Die Gründe sind vielschichtig und werden nun von einer neuen Studie präsentiert.

DÜSSELDORF/LAUSANNE. Dazu kooperiert die Metro AG mit der Schweizer Hospitality-Managementschule Ecole Hotelière de Lausanne (EHL). Da sich offenbar vor allem unabhängige Restaurantbetreiber mit der Digitalisierung schwer tun, wurden für die neue Studie vorwiegend solche einbezogen. Insgesamt hat der sogenannte Metro Chair of Innovation, ein neuer Forschungslehrstuhl der EHL, mehr als 3700 Besitzer, Manager und Köche unabhängiger Restaurants in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Japan befragt. Dabei wurde deutlich: Viele Gastronomen haben das Potenzial von digitalen Lösungen für den eigenen Betrieb durchaus erkannt. Vor Investitionen in solche Lösungen schrecken viele aber noch zurück, unter anderem wegen hoher Kosten und fehlender Priorität im Alltagsgeschäft.

So nutzen 27 Prozent der befragten Restaurants schon bestimmte Techniken, die ihre täglichen Arbeitsabläufe unterstützen. 40 Prozent sind der Meinung, dass Technik ihr Geschäft unterstützen kann. Jedoch planen nur 14 Prozent der Befragten, zukünftig in technische Lösungen zu investieren.

Kundenerwartungen verändern sich

Dennoch: Früher oder später werden möglicherweise alle Betriebe dazu gezwungen, zumindest teilweise auf digitale Lösungen umzustellen. Die Metro-Studie nennt dafür zwei Hauptgründe: Zum einen die veränderten Kundenerwartungen. Viele Gäste sind es aus anderen Branchen gewohnt, dass sie per Smartphone bezahlen oder sich aktuelle Informationen darüber ziehen können. Zum anderen erfordern manche gesetzlichen Vorgaben eine Adaption digitaler Tools, wie etwa finanzkonforme Kassensysteme.

Einfach ist die Umstellung auf Digital nicht. Die Metro nennt in ihrer Studie drei Hauptbarrieren, die Wirte an der Einführung neuer Technologien hindern. Zum einen haben die Tools häufig keine Priorität im Geschäftsalltag, sodass sie möglicherweise auf die lange Bank geschoben werden. Zum anderen werden die Kosten für die neue Technik als vergleichsweise hoch angesehen. Und zum dritten ist der Einsatz solcher Lösungen häufig nicht Teil der Strategie der befragten Restaurants.

Metro setzt auch auf persönliche Begegnungen

Für die Metro sind die Studien mit der EHL nicht das erste Engagement in Sachen Gastro-Digitalisierung. Der Großhändler fördert auch Start-ups und veranstaltet dieses Jahr bereits zum dritten Mal ein Accelerator-Programm für digitale Gründungen rund um Hotellerie und Gastronomie. Metros Geschäftseinheit Horeca Digital verhilft zudem innovativen Technologien zur Marktreife, die die Geschäftsabläufe und Kundenbeziehungen im Gastgewerbe verbessern sollen. Gleichzeitig setzt der Großhändler als Partner der Branche aber auch auf persönliche Begegnungen, unter anderem in Form der Ausstellung "Metro unboxed".


Links:

https://www.ahgz.de/news/wirte-schieben-digitales-auf-die-lange-bank,200012242522.html