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Wednesday, 09. August 2017 | AHGZ

Erste Verhandlungsrunde in Hessen gescheitert

Nach Kündigung des acht Monate gültigen Entgelttarifvertrages durch die NGG gegenüber dem Arbeitgeberverband der Branche, dem DEHOGA Hessen, haben in Wiesbaden-Nordenstadt beide Sozialpartner die Tarifverhandlungen aufgenommen.

WIESBADEN. Nach Kündigung des acht Monate gültigen Entgelttarifvertrages durch die NGG gegenüber dem Arbeitgeberverband der Branche, dem DEHOGA Hessen, haben in Wiesbaden-Nordenstadt beide Sozialpartner die Tarifverhandlungen aufgenommen. Dabei geht es um Löhne und Gehälter für rund 84.000 Beschäftigte in Hessens Gastgewerbe. Die Verhandlungen endeten zunächst ergebnislos. Eine Fortsetzung ist bereits für Mitte September vorgesehen. Gerald Kink, Präsident des DEHOGA Hessen und Verhandlungsführer für die Arbeitgeberseite, verwies im Zuge der Aufnahme der Verhandlungen zunächst auf die progressive und überdurchschnittliche Lohnpolitik der hessischen Tarifparteien in den vergangenen Jahren. Die Forderung der NGG hält er hingegen für realitätsfern. Die Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) um Verhandlungsführer Peter-Martin Cox, hatte bereits mit Aufkündigung des bis Ende August geltenden Tarifvertrages einen für alle Tarifgruppen gleichen Entgelterhöhungsbetrag von 140 Euro für die kommenden zwölf Monate gefordert. Für die Auszubildenden fordert die Gewerkschaft 70 Euro pro Ausbildungsjahr.Diese Forderungen wurden von der Verhandlungskommission des DEHOGA Hessen zurückgewiesen. Die geforderten Festbeträge würden gerade in den unteren Tarifgruppen Steigerungen von über 8 Prozent bedeuten. Dies sei trotz stabiler Konjunktur und einer insgesamt guten Entwicklung in Hotellerie und Gastronomie nicht umsetzbar. Auch mit Blick auf das bisher schrittweise erreichte Niveau des hessischen Tariflohns im bundesweiten Vergleich, sei eine derartig sprunghafte Anhebung nicht verhältnismäßig. Der DEHOGA Hessen bot der Arbeitnehmerseite demgegenüber 2,5 Prozent Lohnsteigerungen in allen Entgelttarifgruppen einschließlich der Auszubildenden an. Damit läge Hessen insbesondere bei den Ausbildungsvergütungen im dritten Lehrjahr mit 965,00 Euro bundesweit auf Platz Zwei der höchsten Ausbildungsvergütungen im Gastgewerbe. Einigkeit zwischen den Tarifparteien besteht allerdings grundsätzlich bei dem gemeinsamen Ansatz, zukünftig die Ausbildungsvergütungen in Hessen für allgemeinverbindlich erklären zu lassen, um für ein landesweit einheitliches Vergütungsniveau Sorge zu tragen. Zwar sei dies nur ein Aspekt im Bereich der Herausforderungen der Fachkräftesicherung für die Branche, aber "ein für junge Menschen nicht unwichtiger und schließlich auch mit Signalwirkung versehener", so Gerald Kink.

 

 


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